
10 Sept 2008
OMV und Borealis: Signifikanter Ausbau des Standorts Burghausen zu Spitzenposition in Petrochemie
• OMV und Borealis investieren EUR 840 Mio in Ausbau petrochemischer Produktionskapazitäten
• Steigerung der Ethylenproduktion auf 450.000 Tonnen pro Jahr, der Propylenproduktion auf 560.000 Tonnen, der Polypropylenproduktion auf 570.000 Tonnen
• Neue Anlagen erfolgreich in Betrieb - Einsatz der innovativen Technologien Borstar® und Metathese
• Ausbau der Polypropylen-Kapazitäten angesichts wachsender Nachfrage nach hochwertigen Verpackungen und medizinischen Applikationen
• Feierliche Einweihung der Anlagen unter Schirmherrschaft von Emilia Müller, Bayerische Staatsministerin für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie am 10. September 2008
München / Burghausen, 10. September 2008 – Bereits im November 2006 kündigte die OMV Aktiengesellschaft ihr EUR 1,1 Mrd Investment in Bayern an. Davon flossen bis heute allein EUR 640 Mio in den Raffineriestandort Burghausen. Zusätzlich wurden von der benachbarten Borealis GmbH EUR 200 Mio für den Ausbau der Kunststoffproduktion aufgewendet. Nach dem erfolgreichen OMV Shut Down 2007 ist die Produktion und die Weiterverarbeitung petrochemischer Basisstoffe zu innovativen Kunststoffen auf dem Werkgelände von OMV und Borealis nun perfekt eingespielt. Die OMV hat die Ethylenproduktion um 110.000 Tonnen auf 450.000 Tonnen pro Jahr und die Propylenproduktion um 315.000 Tonnen auf 560.000 Tonnen gesteigert. Borealis hat ihre Polypropylenproduktion um 330.000 Tonnen auf 570.000 Tonnen, und damit ihre Polyolefinkapazität auf insgesamt 745.000 Tonnen erhöht. Burghausen wird so zum neuntgrößten Polyolefin- und zum drittgrößten Polypropylenstandort in Europa. Die Bayerische Wirtschaftsministerin Emilia Müller würdigt mit ihrer Schirmherrschaft zur feierlichen Inauguration den Einsatz innovativer Technologien und das damit gesicherte Zukunftspotenzial des hoch integrierten Standorts Burghausen zur zuverlässigen Versorgung der chemischen Industrie.
Die Kapazitätserweiterungen wurden von der OMV durch den Bau der neuen Metatheseanlage, der Erweiterung der Ethylenanlage sowie den Neubau eines großen Spaltofens erreicht. Borealis erweiterte die Polypropylenproduktion durch die Integration einer zusätzlichen Borstar® Polypropylen-Anlage auf dem Werkgelände in Burghausen. Mit dem Ausbau wurde 2006 begonnen, die vollständige Inbetriebnahme erfolgte im Frühjahr 2008 nach einem großen OMV Shut Down, bei dem neue Anlagenteile integriert wurden.
Die Anlagen zur Ethylen- und Propylengewinnung sowie zur Polypropylenerzeugung arbeiten zuverlässig und gewährleisten sicher die vorgesehenen Produktionsmengen. Im Zuge der industrietypischen Optimierungsphase können zukünftig in mehreren der neuen Anlagen Produktionskapazitäten über die Normleistung hinaus gefahren werden.
Einsatz innovativer Technologien
Besonders die innovative Metatheseanlage, die erste ihrer Art in Europa, konnte trotz geringer Erfahrungswerte schnell und erfolgreich in die Raffinerielandschaft integriert werden. Dabei ist die Herstellung petrochemischer Grundstoffe dank der Metathese besonders effizient. Sie gilt heute als eine der bedeutestenden Neuerungen der letzten Jahre, die die chemische Industrie revolutioniert und zugleich umweltfreundlicher macht. Denn zum einen ist weniger apparativer Aufwand im Vergleich zu herkömmlichen Technologien nötig, zum anderen ist der Energiebedarf bei der Herstellung von Propylen um 50 % geringer.
OMV Generaldirektor Stv. Gerhard Roiss: „Die Raffinerie Burghausen stellt mit ihrer Ausrichtung auf den petrochemischen Bereich eine Besonderheit in der deutschen Raffinerielandschaft dar. Neben den klassischen Zielmärkten Mobilität und Wärme geht mit den aktuellen Investitionen rund ein Drittel der Produktion in das Segment Kunststoffe. Damit erzielen wir eine deutliche Erhöhung der Wertschöpfung unserer Raffinerie. Wir sind bereits der Hauptversorger für Mineralölprodukte in Süddeutschland und nehmen nach dem massiven Ausbau bei der Ethylen- und Propylenproduktion europaweit eine starke Position ein. Unser EUR 1,1 Mrd Investment in Bayern hat sich für uns und den Wirtschaftsstandort Burghausen als sehr erfolgreich erwiesen und schafft hervorragende Perspektiven für die Zukunft.“
Gleichzeitig mit dem Ausbau der OMV Petrochemieanlagen hat auch die mit dem Unternehmen direkt verbundene Borealis ihre Kapazitäten um 80 % von 415.000 auf 745.000 Tonnen Polyolefine pro Jahr erweitert. Auf Basis der unternehmenseigenen Borstar®-Technologie verwandelt die Anlage das hochreine, in der Metathese produzierte Propylen der OMV in Polypropylen, einen vielseitig einsetzbaren Kunststoff. Die neu entwickelten Materialien ermöglichen das Design innovativer Kunststoffe, die aufgrund ihrer Weichheit neuartige Anwendungen im Bereich Medizintechnik oder bei Verpackungen für die Nahrungsmittelindustrie erschließen. Darüber hinaus kommt Borealis mit der neuen Anlage dem eigenen Bekenntnis zu Energieeffizienz und Umweltschutz nach. Die Innovationen im Prozessdesign und die Umsetzung der Borealis-eigenen Katalysatortechnik ermöglichen Energieeinsparungen in Höhe von 16.000 MWh pro Jahr sowie eine bis zu 20% gesteigerte Energieeffizienz bei der Weiterverarbeitung. Damit zählt die Anlage zu den modernsten ihrer Art weltweit.
Borealis CEO und Vorstandsvorsitzender Mark Garrett setzt zuversichtlich auf die Innovationskraft seines Konzerns: „Unsere Unternehmensstrategie basiert auf der Wertsteigerung der Endprodukte unserer Kunden und deren Kunden durch innovative Lösungen, wir nennen das „Value Creation through Innovation“. Wir arbeiten eng mit allen Partnern der Wertschöpfungskette zusammen, um ihre spezifischen Bedürfnisse zu verstehen und kontinuierlich in innovative Kunststofflösungen umzusetzen. Die Produktionsstufe spielt dabei eine wesentliche Rolle, denn unsere Kunden erwarten zu Recht von uns eine nachhaltig zuverlässige Versorgung qualitativ hochwertiger Polyolefine. Mit unserer neuen Anlage in Burghausen bringen wir die nächste Stufe unserer patentierten Borstar®-Technologie in Betrieb, darauf sind wir sehr stolz.“
Ausrichtung auf Petrochemie als Standortvorteil
Der Mineralölmarkt hat sich seit einigen Jahren einem starken Wandel unterzogen, wobei die aus Rohöl hergestellten Produkte Propylen und Ethylen stetig an Bedeutung gewinnen. Als Basis für eine Vielzahl von chemischen und petrochemischen Produkten und als Grundlage der Kunststoffproduktion haben diese Stoffe eine Schlüsselfunktion in der chemischen Industrie und werden zunehmend nachgefragt. Die OMV investiert kontinuierlich in diesen Bereich, produziert verstärkt Propylen und Ethylen und erreicht so eine höhere Wertschöpfung gegenüber konventionellen Raffinerieprodukten. Aufgrund der prognostizierten höheren Produktionskapazitäten und als einer der Haupterzeuger schafft das Unternehmen am Standort Burghausen wesentliche Voraussetzungen für die Stärkung des Bayerischen Chemiedreiecks und der süddeutschen Kunststoffindustrie. Mit gezielten Investitionsprogrammen in die bestehenden Raffineriestandorte folgt der Konzern seiner Gesamtstrategie, die petrochemische Produktion konsequent auszubauen.
Nach der im kommenden Jahr 2009 zu erwartenden Inbetriebnahme der 360 km langen Ethylen Pipeline-Süd (EPS) von Münchsmünster nach Ludwigshafen wird die OMV zusätzlich an das westeuropäische Ethylen-Netz angeschlossen sein. Damit wird der strategisch wichtige Zusammenschluss zwischen dem südostbayerischen Chemiedreieck und dem bedeutenden nordwesteuropäischen Ethylen-Verbund um Ludwigshafen vollzogen. So kann das Unternehmen in Zukunft noch flexibler auf Schwankungen des Marktes reagieren und größtmögliche Versorgungssicherheit garantieren. Die EPS wird die Wettbewerbsfähigkeit des Standortes Burghausen nachhaltig sichern.
Einen für den OMV Konzern wichtigen Schritt zur Verlängerung der Wertschöpfungskette von Gas in Richtung Strom und zur Standortabsicherung stellt aktuell das sich in Planung befindende Kombikraftwerk der 800 MW Klasse zur Erzeugung von Strom und Dampf am Raffineriestandort Burghausen dar. Die vorliegende Machbarkeitsstudie zum Kraftwerksbau bewertet das Projekt positiv. Durch Integration mit der Raffinerie wird der Wirkungsgrad um nochmal durchschnittlich 5% erhöht und damit deutlich Energie eingespart. Synergieffekte sind dabei verbesserter Umweltschutz und eine noch höhere Wirtschaftlichkeit. Die Entscheidung für das Investment soll noch Ende des Jahres 2008 fallen. Eine Inbetriebnahme wäre dann frühestens ab 2012 möglich.
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OMV Aktiengesellschaft:
Mit einem Konzernumsatz von EUR 20,04 Mrd und einem Mitarbeiterstand von 33.665 im Jahr 2007 sowie einer Marktkapitalisierung von rund EUR 13 Mrd ist die OMV Aktiengesellschaft eines der größten börsenotierten Industrieunternehmen Österreichs. Als führendes Erdöl- und Erdgasunternehmen Mitteleuropas ist der OMV Konzern im Bereich Raffinerien & Marketing (R&M) in 13 Ländern tätig. Im Bereich Exploration & Produktion (E&P) ist die OMV in 20 Ländern auf fünf Kontinenten aktiv. Der Bereich Gas & Power (G&P) verkauft jährlich über 13 Mrd m³ Gas. In Baumgarten, eine der bedeutendsten Erdgasdrehscheiben Europas, werden rund 64 Mrd m3 Erdgas pro Jahr weiterverteilt. Der Central European Gas Hub der OMV zählt zu den drei größten Hubs Kontinentaleuropas.
Die OMV ist der größte Öl- und Erdgaskonzern Mitteleuropas mit Öl- und Gasreserven von rund 1,22 Mrd boe, einer Tagesproduktion von rund 316.000 boe und einer jährlichen Raffineriekapazität von 26,4 Mio t. OMV verfügt nunmehr über 2.527 Tankstellen in 13 Ländern. Der Marktanteil des Konzerns im Bereich R&M im Donauraum beträgt damit rund 20%.
Durch den Erwerb von 41,30% an der Petrol Ofisi, Türkeis führendem Unternehmen im Tankstellen- und Kundengeschäft, baute die OMV ihre führende Position im europäischen Wachstumsgürtel weiter aus.
Mit dem OMV Future Energy Fund wurde im Juni 2006 eine eigene Gesellschaft gegründet, die Projekte zu Erneuerbaren Energien mit mehr als EUR 100 Mio finanziell unterstützen wird. Damit will die OMV den Übergang von einem reinen Erdöl- und Erdgaskonzern zu einem Energiekonzern einleiten, der Erneuerbare Energien in seinem Portfolio hat.
OMV Corporate Social Responsibility (CSR)
Die OMV ist Mitglied des U.N. Global Compact und hat sich mit ihrem Code of Conduct zu klaren Werten verpflichtet und übernimmt Verantwortung für Mensch und Umwelt vor allem in sozial und wirtschaftlich sensiblen Regionen. Das Unternehmen setzt laufend Schritte, um die wirtschaftliche, ökologische und soziale Dimension in ihrem geschäftlichen Handeln, zu berücksichtigen. Die OMV berichtet alle zwei Jahre in einem CSR Performance Report über ihre entsprechenden Aktivitäten und orientiert sich an den international gültigen Berichtsstandards der GRI - Global Reporting Initiative. Das beim heurigen Weltwirtschaftsforum in Davos präsentierte „Global 100-Ranking" führt die OMV als eines der sechs nachhaltigsten Energieunternehmen weltweit an.
Borealis AG
Borealis ist ein führender Anbieter innovativer, hochwertiger Kunststoffe. Mit mehr als 40 Jahren Erfahrung bei Polyolefinen und unter Nutzung unserer eigenen Borstar® Technologie sind wir in Europa, dem Nahen Osten und Asien tätig und konzentrieren uns auf die Bereiche Infrastruktur, Automobilindustrie und anspruchsvolle Verpackungen. Unsere Produktionsstandorte, Innovations-Centren und Service-Centren arbeiten mit Kunden in mehr als 120 Ländern zusammen, um Materialien zu entwickeln und herzustellen, die wertvolle Leistungen für die Gesellschaft erbringen und zur nachhaltigen Entwicklung beitragen. Wir haben uns den Prinzipien von Responsible Care® und dem Leitgedanken, mit Kunststoffen die Zukunft aktiv zu gestalten ('Shaping the Future with Plastics'™), verpflichtet.
Für weitere Informationen zu Borealis und Borouge, einem Joint Venture von Borealis und der Abu Dhabi National Oil Company, besuchen Sie www.borealisgroup.com und www.borouge.com.
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