30 Jul 2009
Clariant mit starkem Cashflow trotz anhaltender schwacher Nachfrage
• Umsatzrückgang im zweiten Quartal um 21% in Lokalwährungen und 24% in Schweizer Franken.
• Operatives Ergebnis vor Einmaleffekten sank im zweiten Quartal 2009 auf 69 Millionen im Vergleich zu CHF 143 Millionen in derselben Vorjahresperiode, aber verbesserte sich im Vergleich zu CHF - 13 Millionen im ersten Quartal 2009.
• Operativer Cashflow stieg auf CHF 184 Millionen an gegenüber CHF 33 Million im gleichen Zeitraum des Vorjahrs
• Nettoverschuldung sank auf CHF 985 Millionen verglichen mit CHF 1 209 Millionen Ende 2008.
• Ausblick: Für das Gesamtjahr 2009 erwartet Clariant, dass die Umsätze in Lokalwährungen gegenüber 2008 um 16% bis 20% zurückgehen. Der Cashflow dürfte im Vergleich zum ersten Halbjahr 2009, angesichts der konsequenten Reduzierung des Nettoumlaufvermögens und eines positiven operativen Ergebnisses vor Einmaleffekten stark bleiben.
Kommentar von CEO Hariolf Kottmann: „Unsere Konzentration auf Cash-Generierung, Kostensenkung und die Reduzierung von Komplexität wirkt sich positiv auf den weiterhin starken Cashflow und das operative Ergebnis aus. Wir sind aber immer noch mit einer ungewöhnlich geringen Nachfrage konfrontiert und rechnen nicht mit einer schnellen Erholung. Wir werden folglich mit unseren eingeleiteten Maßnahmen zu Kosteneinsparungen, Cash Flow-Generierung und einer Straffung unserer Strukturen konsequent fortfahren, um die Leistungslücke zur Konkurrenz zu schließen und die operationelle und strategische Flexibilität zu erhöhen."
Muttenz, 30. Juli 2009 – Clariant, ein weltweit führendes Unternehmen der Spezialitätenchemie, gab heute seinen Umsatz für das zweite Quartal 2009 von CHF 1 609 Millionen bekannt, gegenüber CHF 2 121 Millionen im Vorjahresquartal. Dies entspricht einem Rückgang um 24% in Schweizer Franken und um 21% in Lokalwährung.
Das zweite Quartal wurde weiterhin durch eine schwache Nachfrage in den meisten Geschäftssparten geprägt. Obwohl das Volumen gegenüber dem Vorjahr um 23% zurückging, stieg die Bruttomarge dank des erfolgreichen Margenmanagements auf 29,3% im Vergleich zu 28,9% im gleichen Zeitraum des Vorjahres.
Da die Maßnahmen zur Kapazitätsanpassung an die gesunkene Nachfrage zu greifen begannen, lag die Bruttomarge um 5,7 Prozentpunkte höher als im ersten Quartal 2009. Außerdem wurde der Abbau von Lagerbeständen entlang der Wertschöpfungskette in manchen Kundensegmenten unterbrochen. Folglich begann Clariant, die Produktion in einigen Geschäftssparten zu erhöhen, wodurch sich die Kosten für die mangelnde Kapazitätsauslastung reduzierten. Die Stabilisierung der Rohstoffkosten trug zudem zu einer geringeren Abwertung der Lagerbestände bei.
Die Kosteneinsparungen des Unternehmens wirkten sich positiv auf die Vertriebs- und Gemeinkosten aus. Diese sanken in absoluten Zahlen von CHF 434 Millionen auf CHF 371 Millionen ab. Aufgrund des Umsatzrückgangs erhöhte sich jedoch der prozentuale Anteil der Vertriebs- und Gemeinkosten am Umsatz von 20,5% auf 23,1%.
Dank der gestiegenen Kapazitätsauslastung, anhaltenden Kosteneinsparungen und der sich stabilisierenden Rohstoffkosten wurde im zweiten Quartal ein operatives Ergebnis vor Einmaleffekten von CHF 69 Millionen erwirtschaftet, verglichen mit CHF 143 Millionen in derselben Vorjahresperiode. Dagegen hat sich das operative Ergebnis vor Einmaleffekten im Vergleich zu den CHF - 13 Millionen im ersten Quartal verbessert.
Alle Divisionen leisteten einen positiven Beitrag zum operativen Ergebnis vor Einmaleffekten. Die rigorosen Kosteinsparungen der Textile, Leather & Paper Chemicals Division haben die Profitabilität aller drei Geschäftseinheiten positiv beeinflusst. Die Division Pigments & Additives konnte aufgrund des verlangsamten Abbaus der Lagerbestände und der Stabilisierung der Auftragseingänge ihre Kosten für die mangelnde Kapazitätsauslastung deutlich senken. Die Division Functional Chemicals hielt der sinkenden Nachfrage weiterhin am besten stand. Die Division Masterbatches senkte ihre Gewinnschwelle weiter.
Das Nettoergebnis war im Berichtszeitraum weiterhin negativ (CHF – 61 Millionen) vor allem wegen der Restrukturierungskosten und der Wertverminderungen von CHF 74 Millionen aber auch wegen des schwachen operativen Ergebnisses.
Der angekündigte Abbau von 1 350 Stellen wurde mit einem tatsächlichen Abbau von 1 423 Stellen abgeschlossen. Für 2009 ist außerdem die Streichung von zusätzlich 500 weiteren Positionen vorgesehen. Mit der Umsetzung wurde bereits begonnen. Gemäß dem Ziel des Unternehmens, die Rentabilitätslücke zur Konkurrenz zu schließen und die Unternehmensstruktur an die globale Rezession anzupassen, werden in den Jahren 2009 und 2010 weitere Stellen abgebaut.
Der operative Cashflow erreichte im zweiten Quartal 2009 CHF 184 Millionen, gegenüber CHF 33 Millionen im Vorjahresquartal. Diese deutliche Erhöhung wurde durch eine rigorose Reduzierung des Nettoumlaufvermögens, insbesondere durch ein straffes Bestandsmanagement, erreicht. Die Cash-Position des Konzerns erhöhte sich auf CHF 545 Millionen in Vergleich zu CHF 438 Millionen am Ende des ersten Quartals 2009.
Die Cash-Position des Unternehmens konnte kurz nach Ende des zweiten Quartals durch die Ausgabe einer Wandelanleihe im Wert von CHF 300 Millionen weiter verbessert werden. Der finanzielle Spielraum bleibt dadurch bei über CHF 2 Milliarden. Die Anleihe hat einen Coupon von 3% und wird am 7. Juli 2014 fällig. Der Wandlungspreis wurde auf CHF 8.55 pro Aktie festgelegt, eine Prämie von 30% auf den geltenden Aktienkurs zum Ausgabedatum. Die Anleihe wird im dritten Quartal 2009 verbucht.
Durch die Reduzierung der Nettoverschuldung um CHF 224 Millionen auf CHF 985 Millionen im Vergleich zum Jahresende 2008 stärkte Clariant ihre Bilanz zusätzlich. Das Gearing (die Nettoverschuldung geteilt durch das Eigenkapital) lag am 30. Juni 2009 bei 51%.
Aufgrund der Konzentration von Clariant auf die Cash-Generierung, Kostensenkung und den Abbau komplexer Strukturen hat das Unternehmen entschieden, seine operative Struktur mit Wirkung vom 1. Januar 2010 zu vereinfachen. Die divisionale Managementebene wird dadurch eliminiert. Die zehn Geschäftseinheiten haben volle Verantwortung für Ihre Gewinn- und Verlustrechnung sowie ihrer Vermögenswerte. Die neue Struktur wird zu einer größeren operativen und strategischen Flexibilität führen. Dadurch wird nicht nur Unternehmertum und Verantwortlichkeit gefördert, sondern auch eine Plattform geschaffen, auf der die Rentabilität aller Geschäftseinheiten von Clariant und damit des Konzerns nach und nach verbessert werden kann. Künftig können gegebenenfalls auch Portfolioanpassungen leichter durchgeführt werden.
Ausblick
Clariant geht davon aus, dass sich die Weltkonjunktur nur langsam von der globalen Wirtschaftskrise erholen wird. Folglich wird erwartet, dass der Umsatz von Clariant in Lokalwährungen bis zum Ende des Jahres schwach bleiben und etwa 16% bis 20% unter dem Vorjahresniveau liegen wird.
Das Unternehmen wird sich auch künftig auf die Cash-Generierung durch die Reduzierung des Nettoumlaufvermögens konzentrieren. Gleichzeitig werden sich Kosteneinsparungen und Restrukturierungsmaßnahmen weiterhin positiv auf das operative Ergebnis auswirken, was dann auch zunehmend zur Erhöhung des Cashflows beitragen wird. Ausgehend von diesem Szenario erwartet Clariant für das Gesamtjahr im Vergleich zum ersten Halbjahr 2009, ein positives operatives Ergebnis vor Einmaleffekten.
Mit Blick auf die Zukunft wird Clariant die Restrukturierung mit Nachdruck fortsetzen, wobei für das Jahr 2009 Restrukturierungskosten von CHF 200 bis 300 Millionen veranschlagt werden und in den Jahren 2009 und 2010 weitere Stellen abgebaut werden sollen.
Für 2010 bestätigt Clariant ihr Ziel, eine Rendite auf dem investierten Kapital (Return on Invested Capital – ROIC) zu erreichen, der nachhaltig über dem Branchendurchschnitt liegt.
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Clariant – Exactly your chemistry. Clariant ist ein global tätiges, weltweit führendes Unternehmen der Spezialitätenchemie. Die starken partnerschaftlichen Beziehungen, die Verpflichtung zu hervorragendem Service und das umfassende Anwendungs-Know-how machen Clariant zum bevorzugten Partner ihrer Kunden. Clariant ist auf fünf Kontinenten mit über 100 Konzerngesellschaften vertreten und beschäftigt rund 20 000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Der Hauptsitz ist Muttenz bei Basel, Schweiz. Im Jahr 2008 erzielte Clariant einen Umsatz von CHF 8,1 Milliarden. Clariant ist in vier Divisionen gegliedert: Textile, Leather & Paper Chemicals, Pigments & Additives, Masterbatches und Functional Chemicals. Clariant setzt auf nachhaltiges Wachstum, das auf der eigenen Innovationskraft beruht. Die innovativen Produkte von Clariant spielen in den Herstellungs- und Verarbeitungsprozessen der Kunden eine entscheidende Rolle oder verleihen deren Endprodukten wertsteigernde Eigenschaften. Der Erfolg des Unternehmens beruht auf dem Know-how der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und deren Fähigkeit, neue Kundenbedürfnisse frühzeitig zu erkennen und gemeinsam mit den Kunden innovative und effiziente Lösungen zu entwickeln.
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