14 Mar 2012
BASF erwirbt Unterlizenz von LiFePO4+C Licensing AG:
Hohes Interesse an Lithiumeisenphosphat-Technologie (LFP) für wieder aufladbare Batterien
Muttenz/Schweiz, 14.03.2012 – Die LiFePO4+C Licensing AG, Muttenz (Schweiz) hat einen Vertrag über die Unterlizenzierung von Schlüsselpatenten für die Produktion und Vermarktung von Lithium Metall Phosphaten (LMP), insbesondere Lithiumeisenphosphat (LFP), mit der BASF geschlossen. LMP/LFP ist ein innovatives Kathodenmaterial, das sich dank einer hohen Leistungsfähigkeit und überlegenem Sicherheitsprofil besonders für Lithiumionenbatterien in stationären Anwendungen und in der Automobilindustrie eignet.
Die drei Patentinhaber, Hydro-Québec (Kanada), die Universität von Montréal (Kanada) und das Centre National de la Recherche Scientifique (CNRS, Frankreich) hatten 2011 gemeinsam mit der Süd-Chemie AG, einem Konzernunternehmen der Clariant, die Vergabe einer begrenzten Zahl von Unterlizenzen an dieser Technologie durch die LiFePO4+C Licensing AG vereinbart, um die rasch steigende Nachfrage der Batterie- und Automobilindustrie weltweit nach zuverlässigen und lizenzierten Quellen für LFP zu decken.
Eine Lizenzvereinbarung über die Produktion und den Vertrieb von LMP/LFP besteht zwischen den Patentinhabern und der Süd-Chemie, die über eigene industrielle Anlagen zur Produktion von LFP verfügt. Darüber hinaus bestehen Unterlizenzvereinbarungen zwischen der LiFePO4+C Licensing AG und zwei japanischen Unternehmen, Sumitomo Osaka Cement Co. Ltd. und Mitsui Engineering & Shipbuilding Co. Ltd., sowie zwei taiwanesischen Unternehmen, Tatung Fine Chemicals Co. und Advanced Lithium Electrochemistry (Cayman) Co. Ltd (ALEEES). Die japanische Sony Corporation und die amerikanischen A123 Systems Inc. verfügen über Lizenzen für die Herstellung von LMP/LFP für den Einsatz in ihrer eigenen Batterieproduktion.
Die Entscheidung der BASF für die LMP/LFP-Technologie gibt einen weiteren Impuls für eine schnelle und breite Marktdurchdringung mit LMP/LFP-Materialien.
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Clariant International Ltd
Rothausstrasse 61
4132 Muttenz 1
Switzerland
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Über die LFP-Technologie
Lithiumeisenphosphat (LiFePO4, LFP) ist ein neuartiges Kathodenmaterial, das aufgrund seiner hohen Leistungsfähigkeit und seines überlegenen Sicherheitsprofils attraktives Einsatzpotenzial in der neuen Generation von Lithiumionenbatterien besitzt, die unter anderem für den Einsatz in Hybrid- und Elektroantrieben in der Automobilindustrie und für die stationäre Energiespeicherung etwa von Solarstrom entwickelt werden. LFP wurde 1995 an der Universität von Texas in Austin entdeckt und in Lizenz an Hydro-Québec vergeben. Wird LFP-Material mit einer dünnen Carbonschicht überzogen, erhöht sich seine Leitfähigkeit, was die Quelle für die außergewöhnliche Leistungsfähigkeit des Materials ist. Die Carbonschicht muss allerdings dünn genug sein, damit Lithium sie durchdringen kann. Diese Erfindungen sind durch die Patente für die LFP-Carbonbeschichtung und die Patente für das LFP-Carbonbeschichtungsverfahren geschützt, die gemeinsam von Hydro-Québec, Canada, der Universität von Montréal, Canada, und dem Centre National de la Recherche Scientifique (CNRS) gehalten werden.
Über Clariant (www.clariant.com)
Clariant ist ein weltweit führendes Unternehmen der Spezialitätenchemie mit Hauptsitz in Muttenz bei Basel. Der Konzern ist weltweit mit mehr als 100 Konzerngesellschaften vertreten. Ende 2011 beschäftigte das Unternehmen 22 149 Mitarbeitende und erzielte einen Umsatz von rund 7.4 Milliarden CHF. Clariant gliedert sich in elf Geschäftseinheiten: Additives, Catalysis & Energy, Emulsions, Detergents & Intermediates, Functional Materials, Industrial & Consumer Specialties, Leather Services, Masterbatches, Oil & Mining Services, Paper Specialties, Pigments und Textile Chemicals.
Clariant konzentriert sich darauf, Mehrwert durch Investitionen in profitables und nachhaltiges Wachstum zu schaffen. Die Unternehmensstrategie beruht auf vier Säulen: Verbesserung der Profitabilität, Innovation sowie Forschung und Entwicklung, dynamisches Wachstum in aufstrebenden Märkten und Optimierung des Portfolios durch ergänzende Akquisitionen oder Veräußerungen.
Innerhalb der Geschäftseinheit Catalysts&Energy konzentriert sich die Süd-Chemie (www.sud-chemie.com), ein Konzernunternehmen der Clariant, bei ihren Batteriematerialienaktivitäten auf die Entwicklung und Produktion des besonders sicheren und leistungsfähigen Kathodenmaterials Lithiumeisenphosphat (LiFePO4, LFP). Derzeit errichtet die Süd-Chemie am Sitz ihrer kanadischen Tochtergesellschaft Phostech Lithium Inc. im kanadischen Candiac die weltweit erste Anlage zur industriellen Produktion von hochqualitativem LFP nach einem eigens entwickelten Herstellungsverfahren. Die Serienbelieferung wird zunächst mit einem Volumen von 2.500 Tonnen ab 2012 beginnen. Diese Menge ermöglicht die Fertigung von rund 50.000 vollelektrischen PKW oder bis zu 500.000 hybridbetriebenen PKW pro Jahr.
Über Hydro-Québec (www.hydro.quebec.com)
Hydro-Québec ist ein weltweit anerkanntes kanadisches Versorgungsunternehmen, das sich mit der Erzeugung, Übertragung und Verteilung von elektrischer Energie befasst. Alleiniger Anteilseigner des Unternehmens ist die Regierung der Provinz Quebec. Hydro-Québec nutzt hauptsächlich erneuerbare Energiequellen, in erster Linie Wasserkraft, zur Energiegewinnung und unterstützt den Ausbau der Windenergie durch Zukäufe von unabhängigen Stromerzeugern. Hydro-Québec investiert jedes Jahr über 100 Mio. $ in F&E im Bereich effizienter Energieerzeugung und –nutzung und Energiespeicherung über sein eigenes Forschungsinstitut IREQ. Seit über 30 Jahren forscht das Unternehmen auf dem Gebiet der Batterieentwicklung. Dazu gehören umfangreiche Arbeiten mit fortschrittlichen Materialien, insbesondere Salzschmelzen, Lithiumeinsphosphat und Nanotitanaten für sowohl leistungsstarke als auch energiereiche Batterien. Hydro-Québec leistet einen Beitrag zur Entwicklung sicherer, hoch leistungsfähiger Lithiumionenbatterien, die schneller und häufiger geladen werden können. Der künftige Erfolg von Plug-in-Fahrzeugen hängt zu einem großen Teil von den verfügbaren Batterien ab.
Über die Universität von Montréal (www.umontreal.ca)
Mit ihren beiden angeschlossenen Lehrinstituten, der École Polytechnique und der HEC Montréal, ist die 1878 gegründete Universität von Montréal heute die größte Universität der Provinz Quebec und die Nr. 3 in ganz Kanada. Mit über 60.000 Studenten, davon 7.000 aus dem Ausland, gilt sie als eine der kosmopolitischsten Universitäten Kanadas. Sie vergibt jedes Jahr über 11.000 Diplome. In Montreal verwurzelt und ihrer internationalen Mission verpflichtet, zählt die Universität von Montréal auch zu den Top-Universitäten der frankophonen Welt. Innerhalb Kanadas gehört sie zu den führenden forschungsorientierten Universitäten.
Mit ihren beiden angeschlossenen Lehrinstituten – der École Polytechnique und der HEC Montréal – sowie ihrem Netz von angeschlossenen Krankhäusern zählt sie insgesamt 2.500 Professoren und Forscher aus allen Fachbereichen. Sie verfügt über rund 300 Forschungseinrichtungen und belegt bei der Anzahl der für einen Master- und Doktorabschluss eingeschriebenen Studenten einen Spitzenplatz unter den kanadischen Universitäten. Sie investiert jedes Jahr über 400 Mio. $ in Grundlagen- und angewandte Forschung. An der Universität von Montréal können sich Studenten auf eine einzigartige wissenschaftliche Abenteuerreise begeben, denn die Studienbedingungen ermöglichen es ihnen, Seite an Seite mit international renommierten Spezialisten zu arbeiten und an bahnbrechenden, neuen Entwicklungen teilzuhaben.
Die Forschung an der Universität von Montréal basiert auf der engen Zusammenarbeit zwischen Spezialisten aus diversen Fachbereichen. Die Universität unterstützt interdisziplinäre Spitzenforschungsprogamme mit Partnern aus Lehre und Industrie auf nationaler und internationaler Ebene.
Die bei LFP erzielten Ergebnisse gehen auf die langjährige Zusammenarbeit mit Hydro-Québec und dem CNRS zurück.
Über das CNRS (www.cnrs.fr)
Das Centre National de la Recherche Scientifique (CNRS – Nationales Zentrum für wissenschaftliche Forschung) ist eine staatlich finanzierte Forschungseinrichtung, die administrativ dem französischen Ministerium für Forschung untersteht. 1939 per Dekret geschaffen, hat das CNRS folgende Aufgaben: Forschungsvorhaben zu prüfen und durchzuführen, die die Wissenschaft voranbringen und dem wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Fortschritt der Gesellschaft dienlich sein können; zur Umsetzung und Verwertung von Forschungsergebnissen beizutragen; die Verbreitung der Ergebnisse wissenschaftlicher Arbeiten zu fördern; die Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses zu fördern; sich an der Analyse des nationalen und internationalen wissenschaftlichen Umfeldes und seines Entwicklungspotenzials zu beteiligen zur Definierung einer nationalen Forschungspolitik. Als eine der größten Grundlagenforschungseinrichtungen Europas hat das CNRS Forschungsvorhaben in allen Bereichen des Wissens durchführt, gestützt auf sieben Institute, darunter das Institut de Chimie (INC), sowie drei sogenannte Instituts Nationaux.
Das CNRS fördert die Zusammenarbeit von Spezialisten aus unterschiedlichen Fachbereichen wie auch die Kooperation mit Universitäten, wodurch sich neue Forschungsfelder, die den Bedürfnissen von Gesellschaft und Wirtschaft Rechnung tragen, eröffnen. Das CNRS startet immer wieder interdisziplinäre Forschungsprogramme, die unterschiedliche CNRS-Bereiche sowie andere Forschungseinrichtungen und auch Industrieunternehmen zusammenbringen. Interdisziplinäre Forschung wird in folgenden Bereichen betrieben: Mensch und Gesellschaft; Information, Kommunikation und Wissen; Umweltschutz, Energie und nachhaltige Entwicklung; Nanowissenschaften; Nanotechnologien; Werkstoffe und Astroteilchen: vom Teilchen zum Universum.
Über das Laboratoire réactivité et chimie des solides (LRCS – UMR6007) profitiert das CNRS von der Expertise eines weltweit renommierten Teams im Bereich LFP.
Editorial enquiries
Alexandra Kutschenreuter
Clariant International Ltd
alexandra.kutschenreuter@clariant.com
Josina van der Velden
EMG
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