Pallmann

Ganz feine Sache

Masterbatch-Hersteller profitieren von Feinmahltechnik

Viele Werkstoffe ohne Umrüsten in einer Mühle verarbeiten, Verzicht auf teure Kühlung bei schwierigen Werkstoffen, Realisieren günstiger Kornformen und schließlich hohe Prozesssicherheit sollen die Mühlen der Pallmann-Gruppe bieten. Damit kommen sie den Forderungen der Masterbatch-Hersteller und Compoundeure entgegen.

PC, ABS, Polyimid, EVA, PA – diese und weitere Werkstoffe in einer Mühle und ohne spezielle Kühlung zu hochwertigen Pulvern, beispielsweise für Masterbatch, zu vermahlen, ist möglich. Energieeinsparung fängt nicht beim Drehen an konstruktiven Details an, sondern an grundsätzlichen Verfahrensfragen: Wer Werkstoffe vor dem Mahlen nicht aufwendig und teuer mit flüssigem Stickstoff oder anderen Medien kühlen muss, wer schneller und gründlicher Reinigen kann und wer mehr Werkstoffe in einer Mühle und in dichter Folge verarbeiten kann und wer die wichtigen Parameter der Endprodukte gezielt beeinflussen kann, gewinnt erhebliche Energie-, Kosten- und Qualitätsvorteile.

Kosten und Qualität sind die Dreh- und Angelpunkte der Masterbatch-Produktion. Spezielle Konstruktionsmerkmale der unter dem Namen PolyGrinder von Pallmann entwickelten Mühlen sollen diese Forderungen unter einen Hut bringen.

Stand der Technik bei nahezu allen anderen am Markt verfügbaren Mühlen ist, dass sie nur Hart-PVC und Polyethylen bei Raumtemperatur vermahlen können. Aufgrund der Erwärmung des Materials beim Mahlen reicht die Kühlung des Luftstroms bei anderen Werkstoffen nicht aus, so dass eine zusätzliche Kühlung erforderlich ist. Zumeist wird flüssiger Stickstoff eingesetzt, der aufwendig erzeugt und gelagert und zugeführt werden muss. Diese Kosten schlagen mit 5 bis 10 Cent pro Kilogramm direkt auf die Produktkosten durch.

Dass es auch anders geht, zeigt die in weiten Teilen patentierte Mühlenkonstruktion, die auch „schwierige“ Werkstoffe wie EVA mit 18 bis 20 Prozent VA-Anteil mit hoher Kornqualität ohne zusätzliche Kühlung vermahlen kann. Und ein Polypropylen-Copolymer dürfte keine der marktgängigen Mühlen verarbeiten können – was die PolyGrinder je nach Zusammensetzung des Materials durchaus bewältigt. Neben der direkten Einsparung durch Verzicht auf teuren Stickstoff wirkt sich die geringere Komplexität der Anlage günstig auf die Kosten aus.

Das Vermahlen eines sehr breiten Spektrums an Kunststoffen ohne zusätzliche Kühlung und mit einer definierten Kornform ist möglich aufgrund spezieller Mahlscheiben: Statt aus einem Stück bestehen die profilierten Bereiche aus Segmenten, die eher einen gleichmäßigen scherenartigen Schnitt über die gesamte Breite des Mahlbereichs bewirken und so für einen geringeren Energieeintrag – und damit Erwärmung – sorgen. Die mit dieser Konstruktion erreichte besondere Schnittfom schont nicht nur das verarbeitete Material, sondern auch die Mühle: Geringerer Verschleiß verlängert die Wechselintervalle der Segmente erheblich. Zudem sorgt die Segmentierung für geringeren Aufwand beim Nachschleifen und für erhöhte Sicherheit: Das in anderen Konstruktionen übliche ringförmige Bauteil neigt beim Härten zum Verzug und damit zu Montageproblemen.

Aus der Mitte und aus einem Stück

Techniker bevorzugen die Symmetrie – was in den meisten maschinen und Anlagen sinnreich ist. In diesem Fall jedoch bewirkt die patentierte, spezielle Anordnung der festen und der bewegten Mahlscheibe auf einfache Weise für wichtige Effekte: Die so erreichte automatische Luftführung im Mahlraum sorgt für den gleichmäßigen, optimalen Materialtransport. Trotz kompakter Bauform wird ein sogenannter Weitkammereffekt erreicht.

Zudem ist der gesamten Mühlenkörper keine Schweißkonstruktion sondern aus einem massiven Stahlblock heraus gefräst. Das bringt nicht nur höchste Robustheit von Gehäuse und Rotorlagerung, sondern bietet Vorteile im täglichen Betrieb: Es existieren keine Schweißnähte oder scharfe Winkel und tote Ecken, die das Reinigen erschweren. Schnelle Reinigung und die Sicherheit, keine Kontaminationen zu übersehen, sorgen für schnelles und kostengünstiges Wechseln von Farben und Werkstoffe bei hoher Sicherheit. Damit eignen sich diese Mühlen auch für die Werkstoffentwicklung: Schnelles Umstellen zwischen verschiedenen Werkstoffvarianten mit vergleichsweise geringem Reinigungsaufwand ermöglicht das wirtschaftliche Produzieren auch kleinerer Mengen.

Das gilt umso mehr, weil die Gesamtanlage um den PolyGrinder außerordentlich kompakt gebaut ist. Eine Zuführung dosiert das Aufgabegranulat gleichmäßig in die Mühle, der nachgeschaltete Ventilator fördert das produzierte Pulver über einen extrem kurzen Weg zum Zyklonabscheider. Eine Zellenradschleuse transportiert das Mahlgut in ein Behältnis. Die automatische Steuerung der Gesamtanlage geschieht über einen integrierten Schaltschrank.

Alle für die Bedienung und beim Materialwechsel benötigten Anlagenzugänge befinden sich angenehmer Arbeitshöhe. Dieser kompakte Aufbau der Gesamtanlage bei hoher Durchsatzleistung spart nicht nur wertvolle Hallenfläche, er trägt mit sehr kurzen Leitungswegen zur schnellen und einfachen Reinigung mit geringen Materialverlusten bei.

Kornform entscheidend für Verarbeitungsparameter

Schüttgewicht, Feinheit, Kornform und Rieselfähigkeit des Mahlguts können. So wird in Masterbatch-Anwendungen eine große Kornoberfläche bei einem engen Korngrößenspektrum angestrebt, um Additive gut zu binden und die gleichmäßige Verteilung des Masterbatch im Endprodukt sicher zu stellen.

Anwendungen wie das Rotationsgießen sind nur vordergründig wenig anspruchsvoll. Ist man aufgrund der Mühlengeometrien in der Lage, Pulver mit einem genauer spezifizierten Kornsspektrum und speziellen Geometrien und damit besonders hoher Fließfähigkeit zu erzeugen, kann der Materialeinsatz für ein spezielles Teil eventuell gesenkt werden, ohne dessen mechanische Eigenschaften zu verändern. Und diese Ersparnis geht direkt in die Produktkosten – oder den Ertrag je Teil – in die Kostenrechnung ein.

In beiden Fällen, vor allem bei der Masterbatch- und Compound-Produktion, herrscht bei den Entwicklern Unsicherheit über die Mahlfähigkeit, die erzielbare Qualität des Produkts und die Kosten der Vermahlung (Kühlung erforderlich, Verschleiß,…). Für solche Fälle bietet es sich an, im weltweit größten Technikum der Zerkleinerungstechnik, bei der Pallmann Gruppe im pfälzischen Zweibrücken, Versuche zu starten, um vorab zu klären, was technisch und wirtschaftlich sinnvoll machbar ist – erfahrungsgemäß ist das mehr, als der durchschnittliche Werkstoffentwickler vermutet.

Kosten und Qualität im Fokus

Eine Vielzahl von Faktoren beeinflusst die Kosten der Feinvermahlung: Der Verzicht auf Kältemittel, die schnelle und sichere Reinigung sowie Langlebigkeit und Wartungsarmut mit entsprechend geringen Ausfallzeiten haben hohen Anteil an einem geringen Kostenniveau. Davon profitieren auch und besonders Lohnvermahler, die ein breites Spektrum an Werkstoffen in schneller Folge verarbeiten. Zudem bietet die Möglichkeit, Größe, Oberflächenstruktur, Schüttgewicht und andere Parameter gezielt zu beeinflussen, Vorteile im Wettbewerb.

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Die Pallmann-Gruppe

1903 als Maschinenfabrik gegründet, blickt als mittelständisches Familienunternehmen Pallmann auf sieben Generationen von Müllern und Mühlenbauern zurück. Als weltweit aktives Unternehmen hat sich die Pallmann Gruppe auf die Zerkleinerungs- und Aufbereitungstechnik in verschiedenen Branchen spezialisiert. Mehr als 1000 Maschinentypen bilden das weltweit größte Programm der Zerkleinerungstechnik für alle weichen bis mittelharten, spröden bis zähelastischen- und faserigen Produkte.

Weltweit beschäftigt die Unternehmensgruppe etwa 700 erfahrene und hochqualifizierte Mitarbeiter. Eigene Maschinenfabriken, Tochtergesellschaften, Lohnmahlwerke und Vertriebsstützpunkte in Europa, Nord-, und Südamerika, Asien und China sichern den vorbildlichen Service sowie fachkundige Beratung und Unterstützung bei Planung, Montage, Inbetriebnahme und Ersatzteilversorgung.

Weitere Informationen über die Pallmann-Gruppe stehen zur Verfügung unter: www.pallmann.eu.

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